Auf Grundlage der Quellen unseres Dossiers kann Hypnose nicht als wirksamer oder schneller als eine Zungentherapie dargestellt werden. Um zwei Ansätze zu vergleichen, muss bekannt sein, was sie verändern sollen: das Verständnis einer Anweisung, das Erleben einer Sitzung, eine Schluckbewegung oder ein Zahnergebnis. Diese Ziele erfordern unterschiedliche Belege.
Warum der Vergleich häufig irreführend ist
Eine kommerzielle Darstellung kann sehr unterschiedliche Dinge unter „Ergebnis“ zusammenfassen. Sich während einer Sitzung wohler zu fühlen beweist keine veränderte Zungenbewegung. Eine Bewegung einmal auszuführen beweist nicht, dass sie zur Gewohnheit geworden ist. Eine veränderte Haltung garantiert schließlich keine günstige Zahnbewegung.
Fragen Sie deshalb vor dem Methodenvergleich, welches Kriterium bei welcher Personengruppe und über welchen Zeitraum gemessen wird. Eine Einzelerfahrung oder ein Erfahrungsbericht genügt nicht, um die Überlegenheit einer Technik festzustellen.
Was über myofunktionelle Therapie bekannt ist
Die Therapie umfasst eine Untersuchung, funktionelle Ziele und kontrollierte Übungen. Die verfügbaren Studien berichten über einige günstige Hinweise, bleiben aber begrenzt. Eine Pilotstudie beobachtete bei Kindern mit offenem Biss und atypischem Schlucken Verbesserungen mehrerer Zungenparameter. Van Dyck et al., 2016
Systematische kieferorthopädische Übersichten betonen jedoch die geringe Zahl vergleichbarer Studien und deren Verzerrungsrisiko. Sie erlauben nicht das Versprechen einer garantierten Bisskorrektur oder eines für alle gleichen Zeitrahmens. Homem et al., 2014
Was lässt sich in diesem Zusammenhang über Hypnose sagen?
Der für diesen Ratgeber verwendete Quellenbestand enthält keine hochwertige Vergleichsstudie, die zeigt, dass Hypnose Zungenhaltung oder Schlucken besser korrigiert als ein Therapieprogramm. Wir können daher weder Überlegenheit noch eine Erfolgsquote oder eine verkürzte Behandlung angeben.
Schlägt eine Fachperson Hypnose als Begleitung vor, fragen Sie nach ihrer konkreten Rolle. Diese muss von klinischer Untersuchung, Übungen und möglicher kieferorthopädischer Betreuung unterschieden werden. Eine begleitende Methode darf das Ergebnis nicht unüberprüfbar machen.
Wie einen konkreten Vorschlag beurteilen?
- Der ursprüngliche Bedarf: Welche Schwierigkeit wurde bei der Untersuchung festgestellt?
- Die Rolle der Hypnose: Welches Ziel erfüllt sie im Programm?
- Die Belege: Betreffen sie die Zunge und trainierte Funktion oder ein anderes Thema?
- Die Betreuung: Wie und wann werden Fortschritte kontrolliert?
- Die Entscheidung der behandelten Person: Welche anderen Möglichkeiten können dasselbe Ziel verfolgen?
Ein Versprechen automatischer Veränderungen ohne Übung oder Kontrolle muss sich diesen Fragen stellen. Sie sollten das Angebot verstehen, bevor Sie Zeit oder Geld investieren.
Übungen, Gerät und Begleitung: Rollen klar halten
Ein Zungengerät ersetzt keine genaue Anweisung. Ebenso bestimmt eine begleitende Methode weder die Größe noch die Tragebedingungen einer Schiene. Jedes Element muss im Programm eine erklärte Funktion haben.
Beginnen Sie mit den verschiedenen Übungen für die Zungentherapie und den Kriterien zu Dauer und Bewertung. Für Kinder lesen Sie den speziellen Ratgeber zu Hypnose und Zungentherapie im Kindesalter.
Quellen und Vorgehensweise
- Homem et al., 2014. Systematische Übersicht zur myofunktionellen Therapie in der Kieferorthopädie.
- Koletsi et al., 2018. Frühbehandlung und myofunktionelle Therapie bei Kindern.
- Van Dyck et al., 2016. Pilotstudie mit 22 Kindern mit frontal offenem Biss.
Verfasst von: Dr. Vladimir Khourda, Zahnarzt, der nicht mehr praktiziert. Dieser Informationstext wurde am 1. Oktober 2026 anhand der genannten Quellen aktualisiert. Er ersetzt keine individuelle Untersuchung.