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Zungentherapie bei Kindern: Befund, Übungen und Geräte

Zungentherapie bei Kindern: Befund, Übungen und Geräte

Ihr Kind hält den Mund häufig offen, schiebt die Zunge zwischen die Zähne oder beginnt eine kieferorthopädische Betreuung? Solche Beobachtungen können eine Untersuchung rechtfertigen. Die Zungentherapie richtet sich nach einer zu trainierenden Funktion, etwa dem Schlucken oder der Ruhelage, mit altersgerechten Zielen. So können Sie vorgehen, ohne jede Gewohnheit zum Problem zu erklären.

Welche Anzeichen vor einer Untersuchung beobachten?

Notieren Sie, was Ihnen in gewöhnlichen Situationen auffällt: beim ruhigen Lesen, Essen, Sprechen oder Schlafen. Ist die Zunge zwischen den Zähnen sichtbar? Berichtet Ihr Kind von Beschwerden? Atmet es regelmäßig durch den Mund? Eine einzelne Beobachtung erlaubt keine Diagnose einer Störung.

In der zahnärztlichen oder kieferorthopädischen Praxis werden der Biss und die Zahnentwicklung überprüft. Anschließend beurteilt eine in orofazialer Therapie geschulte Fachperson die betroffenen Funktionen. Ziel ist zu erkennen, woran tatsächlich gearbeitet werden sollte und was eine andere Behandlung erfordert.

Anhaltende Mundatmung verdient besondere Aufmerksamkeit. Studien bringen sie mit bestimmten Zahn- und Gesichtsmerkmalen in Zusammenhang, ohne zu belegen, dass sie deren einzige Ursache ist. Schwierigkeiten bei der Nasenatmung sollten ärztlich, gegebenenfalls HNO-ärztlich, abgeklärt werden. Eine Zungenübung beseitigt keine Verengung. Zur Übersicht von Zhao et al.

Was kann eine Zungentherapie bewirken?

Sie zielt darauf ab, Bewegungen und Orientierungspunkte zu erlernen: wo die Zunge in Ruhe liegt, wie sie am Schlucken beteiligt ist und wie die gewünschte Bewegung außerhalb des Termins wiedergefunden wird. Das Programm kann Beobachtung, aktive Übungen und die Arbeit mit einem Gerät verbinden, sofern dieses angezeigt ist.

Die häufig zitierten Ergebnisse müssen differenziert betrachtet werden. Eine Pilotstudie mit 22 Kindern mit offenem Biss und atypischem Schlucken beobachtete Verbesserungen der Zungenhaltung und Zungenkraft. Sie zeigte keine Verbesserung der Lautbildung. Daher können nicht allen Kindern gerade Zähne oder eine bessere Aussprache versprochen werden. Van Dyck et al., 2016

Systematische Übersichten beschreiben ermutigende Ergebnisse, die Studien sind aber noch zu uneinheitlich, um einen kieferorthopädischen Nutzen zu garantieren. Koletsi et al., 2018

Wie läuft ein kindgerechtes Programm ab?

  1. Den Ausgangspunkt festlegen. Die Fachperson erklärt die beobachtete Bewegung und das gewählte Ziel.
  2. Die Bewegung zeigen. Das Kind sollte sie ohne Schmerzen und ohne offensichtliche Ausweichbewegungen nachmachen können.
  3. Die Übungspraxis organisieren. Die Familie erhält eine klare Anweisung, einen realistischen Übungszeitpunkt und Kriterien zum Unterbrechen.
  4. Die Bewegung erneut prüfen. Der nächste Termin dient auch dazu, Missverständnisse zu korrigieren.

Eltern helfen dabei, eine Anweisung einzuhalten; sie müssen nicht den ganzen Tag die Zunge kontrollieren. In einem kleinen Heft lassen sich absolvierte Übungen und Fragen notieren. Wiederholungszahl und Häufigkeit ergeben sich aus dem individuellen Programm; eine willkürliche Steigerung macht das Training nicht sinnvoller.

Kann ein Gerät Übungen oder Kieferorthopädie ersetzen?

Ein Standardgerät und eine aktive Therapie arbeiten auf unterschiedliche Weise. Die Auswahl hängt von Befund, Alter, Gebiss und der Fähigkeit des Kindes ab, Anweisungen zu befolgen. Die in der Literatur untersuchten vorgefertigten Geräte wurden unter fachlicher Betreuung eingesetzt. Das bestätigt nicht die Wirksamkeit eines eigenständigen Kaufs zur Korrektur eines Fehlbisses.

Die französische Übersicht von Amat und Tran Lu Y beschreibt begrenzte Belege, Unbehagen und unerwünschte Zahnveränderungen in einigen Studien. Kontrollen müssen daher eingeplant werden; das Tragen eines Geräts darf nicht als Garantie gelten, eine feste Zahnspange zu vermeiden. Zur Übersicht von 2023

Unser Ratgeber zu Geräten zur Zungenpositionierung erklärt die Unterschiede zwischen den Geräten.

Welche Fragen an die Fachperson stellen?

  • An welcher Funktion sollte mein Kind arbeiten?
  • Wie erkenne ich zu Hause die richtige Bewegung?
  • Ist vor dem Beginn eine Untersuchung der Atmung oder des Gebisses notwendig?
  • Welches Gerät, welche Größe und welche Anweisungen passen zu seinem Fall?
  • Wann werden Fortschritte und mögliche Beschwerden kontrolliert?

Zur Vorbereitung lesen Sie auch die Orientierung zur Wahl zwischen Physiotherapie und Logopädie. Ein passender Weg reagiert auf eine beobachtete Schwierigkeit und verfolgt ein Ziel, das die Familie versteht.

Quellen und Vorgehensweise

Verfasst von: Dr. Vladimir Khourda, Zahnarzt, der nicht mehr praktiziert. Dieser Informationstext wurde am 1. Oktober 2026 anhand der genannten Quellen aktualisiert. Er ersetzt keine individuelle Untersuchung.

Dr. Vladimir Khourda, Gründer von MyoForce

Zahnarzt, der nicht mehr praktiziert. Quellen und ihre Grenzen sind im Text angegeben. Diese allgemeinen Informationen ersetzen keine auf Ihre Situation abgestimmte Beratung.